Rhein-Neckar-Zeitung Nr. 111, 14.05.2020

Gegen Corona und für die Menschen in der Region: „Wir helfen zusammen!“

Die RNZ startet im Schulterschluss mit engagierten Partnern eine Corona-Spendenaktion – Überwältigende Unterstützung 

 

Von Heiko Schattauer 

 

Von dynamischen Lagen ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie immer wieder die Rede – meist verheißt die Dynamik wenig Gutes. Eine in jeder Hinsicht erfreuliche Dynamik entwickelte sich in den vergangenen Tagen indes rund um die Frage: Wie lässt sich Menschen aus der Region, die Corona in arge Bedrängnis bringt, schnell und unbürokratisch helfen. Die erste klare Antwort: Am besten gemeinsam! Und so ist aus einer Idee des Lions-Clubs Mosbach mit Unterstützung der RNZ auf die Schnelle eine besondere Hilfsgemeinschaft geworden, die ein gemeinsames Ziel eint: Durch Corona in Not geratene Bürger vor Ort unterstützen. Gemeinsam starten die Lions-Clubs Mosbach, Elz-Neckar und Kleiner Odenwald sowie die Bürgerstiftung für die Region Mosbach, Round Table Mosbach, Soroptimist International Club Mosbach, die Sparkasse Neckartal-Odenwald, die Volksbank Mosbach und die Rhein-Neckar-Zeitung die Aktion „Wir helfen zusammen!“ Die Schirmherrschaft übernimmt dabei „ausdrücklich gerne“ Landrat Dr. Achim Brötel. 

Und um den solidarischen Schulterschluss auch gleich mit einem stabilen Rückgrat auszustatten, unterstützen die für ihren Gemeinschaftssinn bekannten Partner der RNZ das in dieser Form einzigartige Projekt mit einer Spende von jeweils 1500 Euro. Vom Start weg wandern damit beeindruckende 12 000 Euro in den Hilfsfonds, mit dem ganz zeitnah Menschen aus der Region, die durch Corona (noch mehr) in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, geholfen werden soll. 

Wie schon bei der RNZ-Weihnachtsaktion, werden das Diakonische Werk, der Caritasverband und der Fachdienst Jugend und Soziales des Landratsamts dafür sorgen, dass die Spendengelder dorthin verteilt werden, wo sie in der Umgebung derzeit am dringendsten gebraucht werden. „Wir denken da etwa an die alleinstehende Mutter, die sich sonst mit einem 450-Euro-Job in der Gastronomie was dazuverdient“, skizziert Meinrad Edinger vom Caritasverband mögliche Empfänger. „Ähnlich wie bei der RNZ-Weihnachtsaktion, wollen wir Menschen, die durch Corona unverschuldet in Not geraten sind, schnell und unbürokratisch helfen“, ergänzt Guido Zilling (Diakonisches Werk). Und Renate Körber, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Soziales, hat in der Corona-Krise erkannt: „Auch im Landratsamt werden in den verschiedenen Abteilungen Notlagen sichtbar. Beispielsweise ist es gerade bei Familien mit mehreren Kindern nur eingeschränkt möglich, die Beschulung aller Kinder gleichermaßen sicherzustellen.“ Für sie steht daher fest: „Neben der finanziellen Hilfestellung und Entlastung für die Betroffenen zeigt diese Hilfsaktion aber vor allem auf, dass wir diese Situation am besten gemeinsam bewältigen können.“ 

Nicht lange bitten musste man auch den Schirmherrn der Gemeinschaftsaktion. Sofort angetan war Landrat Dr. Achim Brötel von der Idee, zusammen, schnell und vor Ort zu helfen. „Eines muss man dem Virus lassen: Auch wenn es momentan viele Menschen vorübergehend einsam macht, fördert es nach meinem Empfinden doch umgekehrt auch das gesellschaftliche Miteinander in einem extrem hohen Maß“, findet Brötel: „Die Bereitschaft, achtsam auf andere zu sein und zu helfen, wo Hilfe benötigt wird, wächst. Dafür bin ich sehr dankbar. Wir alle müssen nämlich zweifelsohne wieder lernen, solidarischer zu leben. Es geht um mehr als nur das eigene Interesse. Deshalb begrüße ich auch die Aktion der RNZ ganz ausdrücklich. Mit gutem Beispiel vorangehen. Das ist etwas, was ich nur zur Nachahmung empfehlen kann. Wir alle profitieren davon.“ 

Wie beim Schirmherrn war auch bei den anderen Beteiligten schnell das Feuer der Solidarität entfacht. „Selbstverständlich machen wir da mit“ oder „Großartige Idee, wir sind dabei“ – die Bitte der RNZ um Unterstützung fand eine durchaus beeindruckende Resonanz, binnen kürzester Zeit hat sich eine besondere Gemeinschaft gebildet, die in schwierigen Zeiten schnelle Hilfe leisten will. 

Den Stein ins Rollen gebracht hat Manfred Weigler vom Lions-Club Mosbach, welcher der RNZ-Redaktion in Mosbach von der Idee einer Corona-Hilfe berichtete. Dem ersten Telefonat folgten etliche weitere Gespräche, Mails oder Whatsapps mit weiteren potenziellen Unterstützern. Das „social networking“ der etwas anderen Art zeigte außergewöhnliche Wirkung. Und mündet in der gemeinsamen Aktion „Wir helfen zusammen“ – für von der Corona-Krise besonders betroffene Menschen aus der Region. 

„Wenn jetzt noch möglichst viele RNZ-Leser spenden, dann kann vielen Menschen, die in existenzielle Not geraten sind, zumindest ein wenig geholfen werden“, sagt Manfred Weigler und baut dabei – wie seine zahlreichen Mitstreiter – auf das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl der Odenwälder. 

Anlaufstellen für Hilfesuchende in der Corona-Krise sind: 

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Landratsamt 

des Neckar-Odenwald-Kreises, Fachbereich Jugend und Soziales, Hr. Wanschura, Renzstraße, Mosbach , Tel.: (0 62 61) 84 20 10; Mail: tobias.wanschura@neckar-odenwald-kreis.de. 

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Diakonisches Werk 

im Neckar-Odenwald-Kreis, Neckarelzer Str. 1, Mosbach, Tel.: (0 62 61) 92 99 200, E-Mail: Kontakt@diakonie-nok.de; 

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Caritasverband 

für den Neckar-Odenwald-Kreis, Amthausstraße 10, Mosbach, Tel.: (0 62 61) 92 010, E-Mail: info@caritas-nok.de. 

 

Rhein-Neckar Zeitung Nr. 65, 18.03.2020

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